SDG Blog #3: GESUNDHEIT

Ulrike/ Juni 22, 2021/ SDG/ 0Kommentare

Über was man sich bei „Gesundheit und Wohlergehen“ nicht alles aufregen könnte: Corona, Zivilisationskrankheiten, Arbeitsschutz in unseren globalen Lieferketten … Was mich gerade umtreibt: Einsamkeit. Wusstet ihr, dass es in England jetzt ein Ministerium für bzw. gegen Einsamkeit gibt? Und auch in Deutschland nehmen die Gesundheitsministerien der Bundesländer dieses Phänomen gerade genauer unter die Lupe. Was meinen wir mit Einsamkeit, was hat sie mit Gesundheit zu tun, und warum ist das jetzt so ein Thema?

Von Einsamkeit spricht man, wenn es einen Unterschied gibt zwischen den Beziehungen, die man sich wünscht, und denen, die man tatsächlich hat. Einsamkeit ist ein Gemütszustand, der sich auf die psychische und körperliche Gesundheit von Menschen auswirkt. Die Erfahrung und das Gefühl, nicht gesehen zu werden so wie man ist, erhöht das Risiko für Depressionen und Angststörungen, für Suchtmittelkonsum und für Herz-Kreislauferkrankungen. Der Mensch braucht zuträgliche Beziehungen wie die Luft zum Atmen. Fehlen sie, geht der Halt im Leben verloren.

Unsere Gesellschaft und unser Arbeitsleben befördern Einsamkeit. Oft müssen wir mobil sein, um eine Arbeit zu finden, die unserer Ausbildung entspricht. Wir ziehen weg, Familien lösen sich auf. Laut Statistischem Bundesamt könnte 2040 jeder zweite Haushalt von nur einer Person bewohnt werden. Dazu kommt unser Streben nach Individualität und Unabhängigkeit. Wir haben heute unfassbar viele Wahlmöglichkeiten, welchen Beruf wir erlernen und wo wir leben möchten, wie wir unsere Freizeit verbringen und mit wem, was wir essen und woran wir glauben. Viele Optionen zu haben ist toll, aber es führt auch zu Überforderung und Orientierungslosigkeit. Auch viele Menschen am Rand der Gesellschaft sind einsam. Sie sind „abgehängt“, etwa weil sie sich minderwertig fühlen oder weil ihnen die digitalen Kompetenzen fehlen, um über moderne Medien mit Gleichgesinnten in Austausch zu kommen. Und da reden wir nicht nur von alten Menschen. In der Pandemie ist klar geworden, dass nicht jedes Kind ein eigenes Laptop hat und dass nicht jeder Haushalt über einen Internet-Zugang verfügt. Soziale Medien können gegen Alleine-sein helfen, aber nicht automatisch gegen Einsamkeit. Jugendliche geben an, dass sie sich zwar viel über soziale Medien austauschen, aber sie sprechen selten über Probleme – aus Angst als Freunde ausgetauscht zu werden. In dieser Ersatzwelt gibt’s „Likes“ nur für gutes Aussehen und gute Laune. Wut, Trauer und Zweifel, die auch zum Leben gehören, haben hier wenig Platz.

Ich finde diese Tendenz der Vereinzelung gefährlich. Denn sie macht nicht nur Menschen krank, sondern stellt auch die Idee des Gemeinwohls in Frage. Sich für andere zu engagieren, z.B. durch ein Ehrenamt, ist ein möglicher Weg aus der Einsamkeit, die weder ein Makel, noch ein unveränderliches Schicksal ist. Schreibt im Kommentar-Feld hier unten eure Ideen, Erfahrungen und Empfehlungen wie man aus der Isolation rauskommen kann. Ich bin gespannt. – Eure Astrid

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

eins + sieben =