SDG Blog #16: Partnerschaften

Ulrike/ Mai 1, 2022/ SDG/ 0Kommentare

Kommentar zum Rheinpfalz-Artikel „Beschämender Beweis“ (Thema: Klimaschutz Konzept für Neustadt) von Axel Nickel in der Ausgabe vom 26. November | eingereicht am 28. November, leicht gekürzt als Leserbrief gedruckt am 4. Dezember:

In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist die Königsdisziplin in der Arbeit für eine nachhaltige Entwicklung Partnerschaft. Also wenn Menschen und Gruppen, die sonst eher selten zusammenkommen, den Schulterschluss suchen, um sich gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft und den Schutz endlicher Ressourcen einzusetzen. So geschehen am vergangenen Donnerstag Abend im Gemeindesaal von Lachen-Speyerdorf. Unter 2G haben sich hier Landwirte, Winzer, Umweltverbände und Jäger getroffen. Zum Austausch und Kennenlernen, hieß es. Doch es wurde schnell klar, dass sie alle für den Schutz einer endlichen Ressource brennen, die kritisch ist für das Überleben der Menschheit und die in Neustadt zunehmend dem Bebauungswahn einzelner Fraktionen & Verwaltungsorgane zum Opfer fällt: Boden. Er ist Lebensraum für Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere, lässt Nahrungsmittel für eine lokale/regionale Versorgung gedeihen, hält Wasser in seinem Kreislauf, bindet klimaschädliche Emissionen und reguliert die Temperatur im Mikroklima.

Klimaschutz findet so statt, wie es sich lohnt und rechnet. Wir messen unseren Fortschritt in der Energiewende anhand der installierten Kapazitäten von Windkraft und Photovoltaik und damit anhand der wirtschaftlichen Transaktionen, und eben nicht anhand der Relevanz für die Erreichung des 1,5 Grad Ziels oder für die sozio-ökologische Transformation unserer Stadt. Dabei verlieren wir unsere endlichen Ressourcen, die ebenso wichtig für den Klimaschutz sind, aus den Augen. Insbesondere Boden und Wasser werden zunehmend (vermeintlichen) Klimaschutz-Maßnahmen untergeordnet, obwohl es nachhaltigere Alternativen gibt. Weiterhin tendieren wir dazu, den Klimaschutz aus dem Privaten auszuschließen und ein Gewerbe-Projekt daraus zu machen, damit wir als einzelne keine Verantwortung übernehmen müssen und technische Anlagen möglichst effizient (groß) gestaltet werden können. Kein Wunder also, dass zwei Parteien auf die Nachfrage der Neustadter Klimaaktion hin die Idee vorbringen, große Photovoltaik Freiflächen-Anlagen an der A65 einzurichten. Auf Flächen, die aktuell landwirtschaftlich genutzt und im Sinne ihrer ökologischen Wertigkeit gepflegt werden. Warum nicht auf bereits versiegelten Gewerbe-Flächen in Ergänzung zu einer Solarpflicht auf allen Dächern?

Die oben genannte Runde, nennen wir sie mal einen Nachhaltigkeits-Rat, hat durch den Erfahrungs-Austausch über lokale Stoffkreisläufe und Ökosysteme quasi nebenbei die Grundlagen für ein Klimaschutz-Konzept erarbeitet. Ein wichtiges Element ist die Umnutzung bereits versiegelter Flächen und leerstehender Gewerbe- und Wohn-Immobilien, damit nicht ständig weiter Boden neu und meist unwiderruflich versiegelt werden muss. Es ist die Aufgabe des Stadtrats, etwaige bürokratische Hürden zügig abzubauen und entsprechende Anreize aufzubauen. Das Argument, wir hätten keine Zeit, zählt nicht, rechtfertigt nicht Bequemlichkeit. Lasst uns das Richtige möglich machen!

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